Thinh, 59

„Seit 1982 lebe ich in Magdeburg. Die deutsche Staatsbürgerschaft habe ich zwar noch nicht angenommen, aber ich fühle mich als echter Magdeburger. Ich bin zu DDR-Zeiten aus Vietnam gekommen. Bis zur Wende habe ich als Dreher bei SKET gearbeitet. Wie viele Andere aus dem Werk bin ich 1990 arbeitslos geworden. Nach der Arbeit in der Fabrik wollte ich selbständiger sein und habe einen Vertrieb für künstliche Blumen aus China aufgemacht. Der lief für ein paar Jahre ganz gut. 1997 beschloss ich, mich neu zu orientieren. Zu der Zeit waren sogenannte „Asia-Restaurants“ in den neuen Bundesländern sehr beliebt. Darum habe ich auch eines eröffnet.

Ich finde es einfach schön, wenn Leute zu einem kommen, man ihnen gutes Essen vorsetzen kann, und diese dann zufrieden wieder gehen. Mittlerweile ist mein Restaurant auf vietnamesische Küche ausgerichtet. Ursprünglich komme ich nämlich aus Hanoi. Es ist schön, ein Stück aus der alten Heimat auch in Deutschland zu haben. Um die vietnamesische Kultur auch in Sachsen-Anhalt zu leben, engagiere ich mich als Vorsitzender im „Deutsch-Vietnamesischen Freundeskreis e. V.“. Dort wollen wir uns für ein friedliches Miteinander in dieser Gesellschaft einsetzten.“


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