Olha, 42:

Ich komme aus Kolomyja, einer kleinen, aber wunderschönen Stadt im Westen der Ukraine. Heute lebe ich in Quedlinburg. Beide Städte sind von ihrer Größe her gut miteinander vergleichbar. Ich habe drei Söhne, und sie sind meine größte Motivation. Als der Krieg begann, wollte ich sie vor allem in Sicherheit bringen und ihnen eine Zukunft in Frieden ermöglichen.

Schon vor dem Krieg hatte ich eine enge Verbindung nach Deutschland. Mein ältester Sohn nahm bereits 2017 an einem Schüleraustausch in Deutschland teil und lernte dort eine Familie aus Quedlinburg kennen. Aus dieser Begegnung entstand eine enge Freundschaft. 2018 besuchten uns die Kinder dieser Familie in der Ukraine, und 2019 kam schließlich die ganze Familie zu uns. Als wir 2022 nach Deutschland fliehen mussten, waren sie für uns da und halfen uns bei den ersten Schritten in unserem neuen Leben. Diese Unterstützung werde ich nie vergessen.

Am Anfang sprach ich kein Deutsch. Deshalb war mir schnell klar, dass ich die Sprache so gut wie möglich lernen musste, wenn ich wieder im pädagogischen Bereich arbeiten wollte. Neben den Sprachkursen half mir besonders mein ältester Sohn, der bereits sehr gut Deutsch sprach. Heute besuche ich einen C1 Deutschkurs und zusätzlich einen Fachsprachkurs für Pädagogen.

Erste Berufserfahrungen in Deutschland konnte ich bereits an der Kreisvolkshochschule sammeln, wo ich als Prüfungsaufsicht arbeite. Besonders schön ist, dass ich heute Menschen begleite, die denselben Deutschkurs besuchen, den ich selbst einmal absolviert habe. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich für ukrainische Kinder.

Schon bald werde ich eine Stelle als pädagogische Mitarbeiterin an einer Grundschule antreten. Parallel dazu lege ich die notwendigen Prüfungen ab, damit ich langfristig wieder in meinem Beruf arbeiten kann. Wenn ich an die Zukunft denke, wünsche ich mir vor allem, dass der Krieg in meiner Heimat endlich endet. Und ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Mut macht, ihren eigenen Weg trotz aller Herausforderungen weiterzugehen.


Sie möchten in Deutschland gern in dem Beruf arbeiten, den Sie in Ihrer Heimat erlernt haben? Das IQ Netzwerk berät Sie gern kostenlos und unterstützt Sie beim Finden der für Ihren Berufs- oder Studienabschluss zuständigen Anerkennungsstelle (Behörde). Weiterhin informieren wir Sie zu Qualifizierungsmöglichkeiten nach einer Teil- oder Nichtanerkennung Ihres Abschlusses.

Ein Mann steht auf dem Fußweg
Ich komme aus der Ukraine. Bis 2022 lebte und…
Mehr
Eine Frau steht auf einer Straße im Wohngebiet
Ich komme aus Kramatorsk im Osten der Ukraine.…
Mehr
Ein junger Mann steht auf einem Platz
Ich komme aus Tunis, der Hauptstadt Tunesiens -…
Mehr