Netzwerk "Willkommenskultur und Fachkräftegewinnung" Sachsen-Anhalt

2014 schlossen sich mehrere Dienstleister zur Beratung und Begleitung von Unternehmen im Handlungsfeld "Migration und Arbeitsmarkt" in Sachsen-Anhalt zum Netzwerk "Willkommenskultur und Fachkräftegewinnung" zusammen. Ziel des Netzwerks ist es, die hiesige Wirtschaft bei der Integration von Zugewanderten in Ausbildung und Arbeit zu unterstützen, den Zugewanderten zugleich das Ankommen in Sachsen-Anhalt zu erleichtern und es mit ihnen gemeinsam positiv zu gestalten.

Präambel

Fachkräftemangel und demografischer Wandel erfordern ein gemeinsames Umdenken. und neue Wege für die Personalplanung. Die Nutzung des Potentials ausländischer Fachkräfte ist dabei ein Weg, den wir nachhaltig und gesellschaftsorientiert gestalten müssen.

Im Land Sachsen-Anhalt existiert eine gute Hilfs- und Unterstützungsstruktur für Unternehmen, die bei der Ausbildung und/oder Beschäftigung von aus dem Ausland zugewanderten Menschen tatkräftige Hilfe anbieten. Im Netzwerk „Willkommenskultur und Fachkräftegewinnung“ ist diese Struktur an Begleitangeboten organisiert.

Ziele und Mehrwert der Netzwerkarbeit

Die strategische Zielstellung des Netzwerks ist es, einen praktischen Beitrag für eine gelebte Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt zu leisten. Damit wird auch die Erwartung verbunden, dass mitgebrachte Potentiale von Migrantinnen und Migranten für die deutsche Wirtschaft zugänglich gemacht werden können. Dieses Signal soll über die Landesgrenze hinweg gesendet werden, damit ausländische Fachkräfte den Weg nach Sachsen-Anhalt finden und wir sie langfristig im Land binden können.

Grundsätze

Das Netzwerk ergänzt bestehende Strukturen in diesem Themenfeld und arbeitet vernetzt mit anderen regionalen und lokalen Initiativen zusammen.

Das Netzwerk versteht sich als praxisorientiert. Das bedeutet, dass in der Zusammenarbeit der Fokus auf der Bearbeitung praktischer aber grundsätzlicher Herausforderungen sowie auf dem gemeinsamen Zusammenwirken in der Vorbereitung und Umsetzung von Aktivitäten im Sinne der strategischen Zielstellung liegt.

Das Netzwerk agiert ergebnisorientiert. Hierbei kommt der Anspruch zum Ausdruck, dass in der Zusammenarbeit konkrete Ergebnisse, wie die Ableitung von Empfehlungen für die Praxis zum Umgang mit Hindernissen oder die Durchführung konkreter Aktivitäten, erzielt werden.

Themenfelder

Beispielhaft seien folgende Themenfelder für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe hervorgehoben, die aber keinesfalls als abgeschlossen anzusehen sind:

  • Breite Sensibilisierung für Potentiale einer Willkommenskultur aber auch damit verbundene Herausforderungen
  • Organisation landesweiter öffentlichkeitswirksamer  Veranstaltungen  mit  hoher  Breitenwirkung im Sinne der Zielstellung,
  • Entwicklung  von  praktischen,  zielgruppenspezifischen  Handlungsempfehlungen,  wie eine Willkommenskultur im Land stärker gelebt werden kann,
  • Schaffung  von  Transparenz  über  die  vielfältigen  Ansätze  im  Sinne  der  strategischen Zielstellung sowie Ableitung und Kommunikation von „Beispielen guter Praxis“,
  • Erfassung von praktischen und grundsätzlichen Herausforderungen in der Ansprache und Integration von Ausländern in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt,
  • Ableitung von konkreten Ansätzen im Umgang mit den Herausforderungen und deren Erprobung/ Umsetzung,
  • Verstärkung der jeweiligen Aktivitäten der im Netzwerk organisierten Partner durch das sinnvolle Zusammenwirken.

Unser Miteinander

Im Netzwerk „Willkommenskultur und Fachkräftegewinnung“ schaffen die wichtigsten Akteure der Migrationsarbeit Synergien zur Stärkung des Lebens- und Arbeitsstandortes Sachsen-Anhalt. Unsere freiwillige Zusammenarbeit ist geprägt von einer Kultur der Wertschätzung und Transparenz. Die strategischen Aufgaben des Netzwerkes werden durch die gewählten Mitglieder der Steuerungsgruppe koordiniert.

Alle Akteure in Sachsen-Anhalt sind herzlich eingeladen, sich an der Arbeit des Netzwerkes zu beteiligen!

Fachveranstaltung "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften"

Das Netzwerk "Willkommenskultur und Fachkräftegewinnung" organisierte mit der Unterstützung von ZEMIGRA am 20. März 2018 in Magdeburg und am 24. April 2018 in Dessau-Roßlau die Veranstaltung "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften". Bei den Großveranstaltungen für Unternehmen und begleitende Akteure tauschten sich diese über ihre Erfahrungen bei der Beschäftigung von ausländischen Fachkräften aus und suchten gemeinsam nach Lösungsansätzen für bestehende Herausforderungen.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden Beispiele der Arbeitsmarktintegration aus der Region vorgestellt. Sie zeigten: Integration kann in Sachsen-Anhalt funktionieren und wichtige Lücken auf dem Arbeitsmarkt schließen. Sie erfordert hierbei die Bereitschaft der Unternehmen und der Zugewanderten.

Expertinnen und Experten verschiedener Ämter sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unterstützungsprojekten standen den Unternehmen im Anschluss an Thementischen Rede und Antwort.

So informierte z. B. Norbert Boldt vom BAMF zu den Möglichkeiten der berufsbezogenen Sprachförderung. Vertreter der Agentur für Arbeit und des Jobcenters gaben Auskunft zu Fördermöglichkeiten. Während Vertreterinnen und Vertreter der Ausländerbehörde, unterstützt durch Dr. Franka Ketschmer von ZEMIGRA, zu rechtlichen Fragen der Zuwanderung berieten.

Sabine Will von KAUSA sprach mit Werner Schich von Vera SES darüber, wie Unternehmen bei der Ausbildung von jungen Menschen mit Fluchterfahrung unterstützt werden können. Elena Pfautsch von der Servicestelle IQ "Interkulturelle Orientierung / Öffnung, Antidiskriminierung und Diversity" und Dr. Egon Preuss von der KAUSA Servicestelle-Süd berieten Interessierte zu den Chancen und Herausforderungen der Anstellung von Zugewanderten im Unternehmen.

Rückblick "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften" in Köthen

Rückblick "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften" in Stendal

Rückblick "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften" in Dessau-Roßlau

Rückblick "Finden und Binden von ausländischen Fachkräften" in Magdeburg

 

Netzwerkkoordination


Video: Das IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt. Beratung, Qualifizierung, Schulungen & Trainings.

Video: Was heißt Interkulturelle Öffnung und warum sollte man sich darauf einlassen? Und wie sieht ein interkultureller Öffnungsprozess in der Praxis aus?