Nojoud, 55:

Ich kam 2015 mit meiner Tochter aus Syrien. Unsere Flucht war sehr kräftezehrend. Wir hatten viele Stationen zu absolvieren und waren mit dem Flugzeug, mit einem Schlauchboot und sogar zu Fuß unterwegs nach Deutschland. Trotz der Ungewissheit war mir von Anfang an klar, dass wir es schaffen werden. In meinem Leben habe ich gelernt, mich auf meinen starken Willen zu verlassen. Ich bin gerne selbständig und Arbeit ist für mich eine soziale und religiöse Pflicht. In meiner Biografie schaue ich auf 30 Jahre Berufserfahrung als Lehrerin und auch als Sekretärin in verschiedenen Schulen zurück. 9 Jahre lang war ich sogar Direktorin. Es macht mir einfach Spaß, Kindern etwas beizubringen. Sie sind ein Geschenk des Himmels.

Allerdings bin ich überrascht, wie wenig Unterricht Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren in Deutschland bekommen. In Syrien haben wir die Kinder in dieser Altersspanne schon mehr auf die Schule vorbereitet. Ich finde, auch hier könnte die Bildung früher beginnen. Zurzeit mache ich eine Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft. Ich freue mich darauf, nach dem Abschluss als Erzieherin arbeiten zu können.


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Foto: AWO SPI GmbH / Thomas Nauhaus

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