Nesa, 16

Jahrelang wurde mir gesagt, ich solle mich anstrengen, dann kann ich etwas erreichen. Das habe ich getan. Trotzdem fühlt es sich jetzt so an, als würde ich vor dem Nichts stehen. Ich kam mit sieben Jahren aus Serbien mit meiner Familie nach Magdeburg. Ich lernte fleißig Deutsch, ging zur Schule, fand Freunde, lebte mich in der Stadt ein. Nun soll meine Familie abgeschoben werden. Der Fall liegt bei der Härtefallkommission und wir hoffen alle, dass wir bleiben dürfen.

Ich könnte zwar alleine hierbleiben, aber ohne meine Eltern und meine Geschwister bin ich einsam. Wer begrüßt mich dann, wenn ich nach Hause komme? Sie können mir doch nicht die Eltern nehmen. Und in Serbien erwartet uns nichts. Kein Geld, kein Haus, keine Arbeit. Seit sieben Jahren ist Magdeburg meine Heimat und ich mag es hier. Hier konnte ich meine Träume vom Tanzen und Rappen verwirklichen. Ich mache Breakdance bei der Break Grenzen Crew und seit ein paar Monaten schreibe ich meine eigenen Songs. Sie handeln von meinen Erfahrungen auf der Straße.

Jeder Mensch hat eine Chance verdient. Daran glaube ich und das ist meine Motivation. Wenn meine Familie und ich bleiben dürfen, würde ich gerne nächstes Jahr, wenn ich die Schule abgeschlossen habe, eine Ausbildung als Altenpfleger anfangen. Damit das alles klappen kann, gibt es eine Unterstützungsveranstaltung am Mittwoch (14.07. / 16 Uhr) auf dem Alten Markt in Magdeburg.

Foto: Break Grenzen Crew

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