Mroawan, 61

„Das ich Arzt werde, war der Wunsch meiner Eltern. Wir haben viele Akademiker in unserer Familie, aber ein Mediziner hatte noch gefehlt. Ich bin Palästinenser aus Israel. Bei uns zählt der Wunsch der Eltern noch etwas. Darum bin ich vor 41 Jahren in die DDR gezogen, um dort Medizin zu studieren. Weil ich Mitglied in der Kommunisten Partei war, hatte ich Kontakte zur SED und konnte mein Vorhaben leichter umsetzen. Nach dem Studium in Halle, habe ich dort eine Facharztausbildung gemacht. 1993 bekam ich meinen Abschluss. Das war ein sehr wichtiges Jahr für mich. Zu dieser Zeit gab es die historische Begegnung zwischen Rabin und Arafat. Sie merken, ich bin ein politischer Mensch.

Früher hielt ich sogar Vorträge zu den Konflikten im Nahen Osten. Heute bin ich Vollzeitmediziner und habe keine Zeit mehr dafür. Seit 2003 habe ich die Zentrale Notaufnahme des Universitätsklinikums Halle (Saale) mit aufgebaut und bin mittlerweile der ärztliche Leiter dort. Das ist die größte interdisziplinäre Notaufnahme in Sachsen-Anhalt. Seit 2011 bin ich Mitglied der Ärztekammer in Sachsen-Anhalt. Ich arbeite dort neben dem Beruf in mehreren Kommissionen und Ausschüssen. Zum Beispiel in der Ethikkommission. Dort lesen und bewerten wir medizinische Studien. Das ist natürlich alles ehrenamtlich, aber es macht mir sehr viel Spaß.“


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