Gabriel, 54

„Ich habe in den 1980ern Deutsch auf der Straße gelernt. Damals bin ich aus politischen Gründen aus Indien nach Westdeutschland geflohen. Genauer gesagt nach Reutlingen. Zu dieser Zeit gab es noch keine staatlichen Sprach- und Integrationskurse. Darum bin ich offen auf die Menschen zugegangen und habe mich einfach mit ihnen unterhalten. Am Anfang war das natürlich schwer. Das Lesen von deutschen Zeitungen hat mir zusätzlich geholfen, die Sprache schneller zu lernen. Was dabei raus kam? In ein paar Monaten konnte ich gut Schwäbisch.

Na ja, seit 1992 wohne ich in Osterburg und kann auch Hochdeutsch. Von Beruf bin ich Kranführer bei der Deutschen Bahn und in meiner Freizeit engagiere ich mich für ein gutes Miteinander von Zugewanderten und den Menschen, die schon länger in Stendal wohnen. Ich bin Mitglied im Stendaler Migrantenverein. Wir besuchen zum Beispiel Schulen oder Kindergärten. Dort erzähle ich von Indien und andere Migrantinnen und Migranten berichten von ihren Ländern. So kommt man gut ins Gespräch mit den jungen Leuten.“


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