Duc, 65

„Ich war Soldat im Vietnamkrieg. Als der vorbei war, suchte ich nach einer Möglichkeit, andere Länder in der Welt zu sehen. Damals gab es die Möglichkeit, eine Ausbildung in Deutschland zu machen. Zuerst wusste ich nicht, welche Art von Ausbildung es sein wird, aber ich nahm das Abenteuer an und wanderte 1977 in die damalige DDR aus. Es war eine andere Zeit, und der Staat hatte alles streng organisiert. Nach der Ankunft ging es erstmal für sechs Monate nach Pritzwalk zum intensiven Deutsch lernen. Danach begann die Ausbildung. Ich entschied mich für Maschinen- und Anlagenbau beim Magdeburger Schwermaschinenbaukombinat SKL. Im Jahr 1980 schloss ich die Ausbildung erfolgreich ab. Schon damals war mir klar, dass ich noch mehr erreichen möchte. Darum ging ich nach Chemnitz und begann ein Studium der Ingenieurspädagogik. Nach meinem Abschluss 1983 kam ich zurück nach Magdeburg, um bei SKL als Lehrmeister zu arbeiten.

Mit der Wende kam eine Welle der Arbeitslosigkeit. Ich musste mich neu orientieren. Seit meiner Ankunft in Deutschland hatte ich mich in meiner Freizeit für andere Vietnamesen eingesetzt, die zum Beispiel Unterstützung bei Angelegenheiten mit Behörden benötigten. Mir war es wichtig, dass sie genauso gut in Deutschland ankommen wie ich. Wegen dieses Engagements wurde die Caritas auf mich aufmerksam und bot mir direkt eine Stelle an. Es gab zu der Zeit viele Menschen aus Vietnam, die in Sachsen-Anhalt lebten und auf Unterstützung angewiesen waren. Diese soziale Arbeit hat mir so gut gefallen, dass ich bis heute bei der Caritas geblieben bin. Um professionell mit den Hilfesuchenden umzugehen, absolvierte ich ein zweites Studium neben meinem Job. Damals gab es noch das Diplom für Sozialarbeiter. 

Über die Jahre weitete ich meine Tätigkeiten aus und bot Zugewanderten aus allen Ländern Beratung an. Zurzeit bin ich Leiter des Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrums in Magdeburg. Das ist ein guter Job. Ich lebe jetzt über 40 Jahre in diesem Land und fühle mich als richtiger Deutscher. Zu meinem Lebenswerk zähle ich meine Beiträge zum interkulturellen Austausch zwischen Deutschen und Vietnamesen. Ich habe mich immer für Miteinander und Verständnis auf Augenhöhe eingesetzt. Das werde ich auch weiterhin tun – sogar in meiner Freizeit. Dazu gehört auch, dass ich deutsche Touristen in Vietnam begleite und ihnen dort verschiedene Dinge zeige. Andersherum zeige ich auch interessierten Vietnamesen Deutschland.“


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