Ich komme aus El Salvador und lebe seit zwei Monaten in Deutschland. Schon als Kind wollte ich in ein anderes Land gehen, dort lernen und arbeiten. Als die Chance kam, in Deutschland eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen, wusste ich, dass das mein Weg ist.
Ich habe in El Salvador ein Jahr Deutsch gelernt und bin dann hergekommen. Alles war neu: Sprache, Kultur, Essen, Wetter. Trotzdem war mein erster Eindruck positiv. Die Menschen sind freundlich, und ich merke jeden Tag, dass ich hier etwas aufbauen kann.
Krankenschwester zu werden ist für mich eine Berufung. Der Kontakt zu Patienten, das Vertrauen, die Geduld – das erfüllt mich. In El Salvador haben mir viele gesagt, wie freundlich und geduldig ich bin. Das hat mir gezeigt, dass ich im richtigen Beruf bin.
Ein Projekt der Bundesagentur für Arbeit, welches mich nach Deutschland gebracht hat, organisierte mir eine Wohnung, Krankenversicherung und die Ausbildung. Jetzt mache ich in Wittenberg meine dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester und arbeite gerade in der Urologie. Später möchte ich mich gern in der Kardiologie spezialisieren.
Schwer ist, dass ich ohne meine Familie hier bin. Ich vermisse sie sehr. Freunde habe ich noch nicht viele, aber es gibt hier eine kleine Gemeinschaft aus El Salvador, die mir Halt gibt. Was mir noch fehlt, ist mehr Kontakt zu Deutschen – aber ich weiß, das braucht Zeit.
Wer nach Deutschland kommen möchte, sollte zuerst die Sprache lernen und ein klares Ziel haben. Ohne das wird es schwer. Aber wenn man wirklich etwas will, kann man es schaffen.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass meine Familie mich hier besuchen kann und ich meinen Weg als Krankenschwester weitergegangen bin – mit mehr Wissen, mehr Erfahrung und vielleicht einem eigenen Zuhause.
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