Fachbeirat "Faire Beschäftigung"

Der Jahresrückblick der Angebote von "Bema" und "Faire Integration" in Sachsen Anhalt sowie die Auswertung ihrer Arbeit für das Jahr 2025 wurden am 9. Dezember in Magdeburg vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, wie intensiv beide Projekte genutzt wurden und welche arbeitsrechtlichen Themen die Ratsuchenden besonders beschäftigt haben. Gleichzeitig bietet die Auswertung wichtige Hinweise für die weitere inhaltliche Entwicklung der Beratungsangebote.

Von April bis September 2025 wurden insgesamt 1339 Beratungen durchgeführt. Dazu zählten erste Gespräche ebenso wie vertiefende Beratungen. Die Ratsuchenden kamen überwiegend aus Polen, der Ukraine und Syrien. Häufig vertreten waren auch Personen aus Afghanistan und Rumänien. Der Anteil der Männer lag bei 57 Prozent, der Anteil der Frauen bei 42 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass Menschen aus vielen verschiedenen Herkunftsländern gezielt Unterstützung suchen, um Fragen rund um ihren Arbeitsalltag zu klären.

Inhaltlich standen Kündigungen und Aufhebungsverträge im Mittelpunkt. Viele Ratsuchende baten außerdem um Unterstützung bei Fragen zu Lohn und Gehalt, zu Inhalten und Bedingungen von Arbeitsverträgen sowie zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Diese Schwerpunkte machen deutlich, welche Unsicherheiten und Konflikte im Beschäftigungsverhältnis häufig auftreten.

Auch die Branchenzuordnung zeichnet ein klares Bild. Viele Ratsuchende arbeiten im Bereich Verkehr, Logistik und Lager. Weitere große Gruppen kamen aus der Gebäudereinigung, den Kurier und Paketdiensten, dem Gesundheits und Sozialbereich sowie dem Gastgewerbe. Diese Arbeitsfelder sind oft durch hohe Belastungen, wechselnde Arbeitszeiten und teilweise unsichere Rahmenbedingungen geprägt. Das erklärt den hohen Bedarf an Beratung und Orientierung.