Ich komme aus Kiew in der Ukraine. Meine Geschichte in Deutschland begann mit einer großen Liebesgeschichte. 2013 war mein zukünftiger Mann auf einer Reise in Kiew. Wir haben uns auf einem öffentlichen Platz gesehen, und für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Ich habe bemerkt, dass er hinter mir lief, habe ihn einfach angesprochen und so wurden wir ein Paar. Er kommt aus Magdeburg. Nach einem Jahr habe ich mich entschieden, zu ihm nach Deutschland auszuwandern.
Magdeburg war für mich kein völlig fremder Ort. In meiner Teenagerzeit, von 1986 bis 1991, habe ich schon einmal hier gelebt, weil mein Vater als Offizier der Roten Armee in der Stadt stationiert war. Deshalb hatte ich schon eine Verbindung zu diesem Ort. Für uns Ukrainer war Deutschland immer ein strukturiertes und ordentliches Land. Das hat mir gefallen und mir die Entscheidung erleichtert, hierher zu ziehen.
Eigentlich bin ich Ingenieurin für Nahrungsmittelherstellung. In der Ukraine habe ich jedoch die meiste Zeit im Vertrieb gearbeitet, zuletzt als Leiterin. Mit meinem Umzug nach Deutschland musste ich mein Leben neu aufstellen. Ich kam mit 38 Jahren hierher, und es war eine bewusste Entscheidung.
Viele Zugewanderte haben Angst, ihre Identität zu verlieren. Für mich war es wichtig, offen zu sein und mich anzupassen. Ich glaube, dass man so seinen Platz finden und erfolgreich in Deutschland leben kann.
Schon 2016 habe ich meinen Führerschein gemacht und meine ukrainischen Zeugnisse anerkennen lassen. Danach habe ich in verschiedenen Berufen gearbeitet, bis ich schließlich bei LAMSA angekommen bin. Zuerst war ich in einem Projekt für ukrainische Geflüchtete mit Behinderungen tätig, später in weiteren ähnlichen Projekten. Heute arbeite ich im Projekt "Interkulturelle Elternberatung und Elternarbeit an Startchancen-Schulen in Sachsen-Anhalt".
Meine größte Motivation sind meine Familie, meine Freunde und meine Kolleginnen und Kollegen. Sie geben mir Kraft und zeigen mir jeden Tag, dass sich der Weg, den ich gegangen bin, gelohnt hat.




