Gemeinsam Hand in Hand – IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt und Jobcenter Börde

Kristin Garbisch (Koordinatorin Flucht und Asyl im Jobcenter Börde) und Nguyen Tien Duc (Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung im IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt) berichten von ihrer Zusammenarbeit.

Seit Anfang 2015 arbeiten das Jobcenter Börde und das IQ Netzwerk Sachsen Anhalt gemeinsam an der Arbeitsmarktintegration von Klientinnen und Klienten mit im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen. Diese Partnerschaft ist keine Selbstverständlichkeit, denn beide Akteure im Bereich Arbeitsmarktintegration mussten sich erst einmal finden.

Auftakt der Kooperation war ein Workshop, durchgeführt durch die „Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.“ (AGSA), einem Partner im IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, zur „Interkulturellen Grundsensibilisierung mit Schwerpunkt Migration, Asyl und Flucht“. Themen hierbei waren u.a. die fokussierte Klärung von „Asylant/Asylbewerber/Asylverfahren in Deutschland“, die Darstellung von statistischen Erhebungen zum Themenkomplex Migration, Flucht und Asyl sowie die Bedeutung von Eigennamen im interkulturellen Kontext. Dieses Format wurde beidseitig auch als Erfahrungsaustausch hinsichtlich der Beratungsarbeit mit schutzsuchenden Bewerbern genutzt.

Mit der Zunahme der Fallzahlen im Sommer 2015 beschlossen Jobcenter und IQ mehrere Informationsveranstaltungen für die Zugewanderten in möglichst einfachem Deutsch anzubieten, um diese über ihre jeweiligen Angebote zu informieren. Parallel schulte das Netzwerk die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenter zum Thema Anerkennungsverfahren. „Viele Dinge waren auch für uns neu, denn es ist ein sehr komplexes und kompliziertes Feld“, berichtet Frau Garbisch.

„Seit diesen Veranstaltungen arbeiten wir Hand in Hand“, konstatiert Nguyen Tien Duc. Jede Seite bringt ihr Fachwissen ein. „Wir als Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle bilden uns ständig weiter, halten uns auf dem Laufenden, was die Rechtslage betrifft und stehen in gutem Kontakt zu den Anerkennenden Stellen.“ Frau Garbisch ergänzt: „Die Klientinnen und Klienten, die bei IQ kostenlose Beratungsangebote wahrnehmen, kommen bestens vorbereitet zu unseren Terminen.“

Durch die Kooperation von Jobcenter und IQ Netzwerk hat sich eine schnelle und unbürokratische Arbeitsweise zwischen den Beiden eingestellt. „Bei Fragen und Problemen nimmt man einfach schnell den Telefonhörer zur Hand“, freut sich Herr Duc. Frau Garbisch erwidert: „Davon profitieren vor allem unsere Kundinnen und Kunden. Sie bekommen ein Rund­um-sorglos-Paket in Bezug auf den Berufseinstieg.“ Jobcenter und IQ Netzwerk überlegen fallbezogen gemeinsam, wie man die finanzielle Absicherung des oft kostenintensiven Anerkennungsprozesses ausländischer Berufsabschlüsse gewährleistet, so das die Klientin oder der Klient nicht belastet werden.

Am Ende des von Jobcenter und IQ mitgestalteten positiven Anerkennungsprozesses steht der Mensch mit seinem im Ausland erworbenen Berufsabschluss, der nun auch endlich in Deutschland in dem Bereich arbeiten kann, den er gelernt hat. Herr Duc: „Meine Jahre bei der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung haben einfach gezeigt, dass die Klientinnen und Klienten viel motivierter sind, wenn die am Prozess der Arbeitsfindung beteiligten Institutionen besser zusammenarbeiten und sie das Gefühl haben, dass sich etwas für sie zum Positiven bewegt.“

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