Prozesskette berufliche Integration

Wege in den Arbeitsmarkt finden - Prozesse sinnvoll gestalten

Die von der Bundesagentur für Arbeit angebotenen Förderungen müssen regionale Bedingungen und Bedarfe vor Ort berücksichtigen. In der Regel können sie nicht von nur einem Anbieter geleistet werden. Hier sind Netzwerke gefragt. Die Liste möglicher und notwendiger Partnerinnen und Partner ist lang. Beteiligt sind z. B. Arbeitsagenturen, Jobcenter, Bildungs- und Sprachkursträger, Träger der Migrationsberatung, Migrantenorganisationen und viele mehr.

Das im Förderprogramm IQ entwickelte Modell einer "Prozesskette der beruflichen Integration" sieht die arbeitsteilige Zusammenarbeit unterschiedlicher lokaler Akteure vor. Ziel ist dabei, Menschen mit Migrationsgeschichte so zu unterstützen, dass sie notwendige und passgenaue Unterstützung erhalten, damit die berufliche Integration in den Arbeitsmarkt gelingt.


Die Phase 1 "Zugang, Ansprache und Information" ...

Zugang zu Informationen und Beratungsangeboten für einen beruflichen (Wieder-)Einstieg oder eine berufliche Weiterentwicklung

... steht für die Bereitstellung von Informationen für erwachsene Migrantinnen und Migranten. Es geht beispielsweise um Hinweise zu ausländerrechtlichen Bestimmungen oder zu den Spielregeln des hiesigen Arbeitsmarktes. Oder um Formalitäten, die bei der Arbeitsplatzsuche und bei Bewerbungen zu beachten sind. Auch der Zugang zu Informationen über Angebote zur Qualifizierung oder Sprachkurse gehört zu dieser Phase.

Die Phase 2 "berufliche Orientierung und Planung"

Entwicklung einer beruflichen Perspektive auf Grundlage einer vertiefenden Orientierung der beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten

In dieser Phase kommen Angebote zur Berufsberatung, zur Kompetenzfeststellung und zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse zum Einsatz. Ziel ist die Entwicklung konkreter beruflicher Perspektiven.

In der Phase 3 "Umsetzung und Qualifizierung" ...

Verbesserung der individuellen Arbeitsmarkchancen mit Hilfe von Qualifizierungen

... geht es darum, mit Hilfe von Qualifizierungen die individuellen Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das kann durch Trainingsmaßnahmen, berufsbezogene Deutschkurse, Anpassungs- und Nachqualifizierungen oder auch durch abschlussorientierte Weiterbildungsangebote geschehen.

Der "Einstieg in die Erwerbstätigkeit" bezeichnet die Phase 4 ...

Gestaltung des qualifikationsadäquaten Einstiegs in die Erwerbsarbeit

... des Übergangs in eine abhängige oder selbstständige Erwerbstätigkeit. Dabei sind für Migrantinnen und Migranten Bewerbungs- und Vermittlungsangebote wichtig oder auch die Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen. Die Ansprache und Sensibilisierung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle, denn Bestandteil dieser Phase ist es auch, die Bereitschaft von Unternehmen zu fördern, Migrantinnen und Migranten einzustellen.

Die Phase 5 "Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln" ...

Sicherung und Weiterentwicklung der abhängigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit

... zielt darauf, eine abhängige oder selbstständige Erwerbstätigkeit zu sichern und weiterzuentwickeln - unabhängig von staatlichen Transferleistungen. In dieser Phase sind beispielsweise betriebliche Qualifizierungsangebote von Bedeutung oder Beratungsangebote, um Existenzgründungen zu stabilisieren.

Weiterführende Informationen finden Sie u. a. bei:


Video: Das IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt. Beratung, Qualifizierung, Schulungen & Trainings.

Video: Was heißt Interkulturelle Öffnung und warum sollte man sich darauf einlassen? Und wie sieht ein interkultureller Öffnungsprozess in der Praxis aus?