Von Syrien nach Schkopau

David Bräuer ist seit 1999 Vertriebsleiter und für die Personalführung und -entwicklung am Standort Schkopau der Firma „Euromicron“ verantwortlich. Er berichtet stolz von seinem neuen Angestellten, der über einige Umwege zu ihm gelangt ist. Die Rede ist von Rami Alnakshi, der während des Krieges in Syrien als Geflüchteter nach Deutschland kam. „Durch einen ehrenamtlich tätigen Senioren, der sich im Bereich Flüchtlingshilfe in Halle (Saale) engagierte, haben wir Herrn Alnakshi kennengelernt.“ Zunächst gab es ein formloses Treffen, bei dem sofort gegenseitige Sympathien festgestellt werden konnten. „Er hatte eine offene und professionelle Art“, bemerkt Bräuer.

„Außerdem stellte sich nach dem ersten Gespräch heraus, dass er denselben Erfahrungshorizont wie ein deutscher Facharbeiter in seinem Bereich aufwies“, sagt der Personalleiter. Die Firma hat sich um den potentiellen Mitarbeiter sehr bemüht und mit ihm die teilweise langen Wege durch die Instanzen gewagt. Zusammen mit der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des IQ Netzwerks in Halle (Saale) und der örtlichen Handwerkskammer hat Herr Alnakshi den deutschen Abschluss als Systemtechniker für Sicherheitstechnik erlangt.

Rami Alnakshi berichtet: „Nach der Anerkennung meiner Zeugnisse aus Syrien hat mich die Firma gleich eingestellt. Bei meinem Vorstellungsgespräch berichtete ich von meinem Studium der Elektrotechnik. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt nur meine syrischen Papiere und konnte deren Echtheit nicht nachweisen. Die Personalleitung hat mir trotzdem die Möglichkeit gegeben, ein Praktikum zu absolvieren, wodurch ich meine fachlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Nachdem klar wurde, dass ich mein Handwerk verstand und gut zur Firma passte, hat mich mein Chef sehr unterstützt.

Zusammen mit dem IQ Netzwerk habe ich meine Anerkennung gemacht und nebenbei in der Firma gearbeitet. Nachdem ich dann die offiziellen Papiere hatte, wurde ich fest eingestellt. Die Arbeitsatmosphäre ist super. Ich denke, die Leute hier wissen, dass das Basteln an elektrischen Geräten mehr als nur ein Job für mich ist. In meiner Freizeit repariere ich ständig die Geräte meiner Freunde und Familie. Meine Berufsbezeichnung lautet jetzt Systemtechniker für Sicherheitstechnik mit der Spezialisierung auf Videotechnik. Das heißt, ich plane und baue Anlagen zur Videoüberwachung für unsere Kunden.“

Mittlerweile ist der neue Kollege voll im Geschäft. Er agiert völlig selbstständig mit den Kunden und ist im Team komplett integriert. „Rami hat uns in der Firma sogar neue Arbeitsweisen gezeigt. Teile, die wir schon wegwerfen wollten, hat er noch repariert. Dadurch hat er sich sehr schnell den Respekt der älteren Kollegen erworben“, ergänzt Herr Bräuer.


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