Servicestelle IQ "Diskriminierungskritisches Diversity und interkulturelle Prozessbegleitung"

Die Mitarbeitenden der Servicestelle IQ sensibilisieren bei Bedarf Arbeitsmarktakteure, wie Arbeitsagenturen, Jobcenter oder Kammern für das Thema Diversity und Chancengerechtigkeit. Die Angebote sollen so dazu beitragen, die professionelle interkulturelle Beratungspraxis weiterzuentwickeln, Barrieren abzubauen und Öffnungsprozesse in den Einrichtungen anzuregen.

Qualifizierungen, Beratungen und Supervisionen (z.B. Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, KomBI‐Laufbahnberaterinnen und –beratern, Diversity‐Beraterinnen und –beratern)

Angebote für:

  • Führungskräfte und Mitarbeitende der Arbeitsverwaltungen (Agenturen für Arbeit, Jobcenter und kommunale Träger) sowie der Kommunen und Landkreise
  • Akteurinnen und Akteure der regionalen Wirtschaft, wie Kammern und Verbände
  • Mitarbeitende und Führungskräfte der Freien Wohlfahrtspflege
  • Verwaltungsangestellte und Mitarbeitende der Universitäten und Hochschulen sowie Studierende
  • Ehrenamtlich engagierte Menschen

Themen:

A1: "Diversity. Handeln und Wirken / Diskriminierung. Risiken und ?"

Für den wertschätzenden Umgang mit Verschiedenheit ist die Haltung die entscheidende Grundlage. Die Anerkennung der Vielfalt in Lebensbiografien und Lebensentwürfen umfasst die barrierenarme Gestaltung struktureller und persönlicher Interaktionen.

  • Welche Maßnahmen leisten Beiträge zur Anerkennung der Potentiale von Arbeitsnehmenden?
  • Welche Maßnahmen können diskriminierend wirken, welche inkludierend?
  • Wie wirken Stereotypen auf unser professionelles Handeln?
  • Wie erkenne ich Reproduktion und Weitergabe von Diskriminierung?
  • Wie kann ich den Diversity-Stand meiner Organisation feststellen?
  • Wie erkenne ich Zugangsbarrieren in den Strukturen?

In diesem Modul fächern Sie Dimensionen von Diversity in Theorie und Praxis auf und erkunden, was sie bedeuten. Sie erfahren den Zugang auf Ressourcen zu aktivieren, um zu wertschätzenden Interaktionen beizutragen. Sie werden sicher in Ihrem Handeln, um Ihre Organisationsdynamiken anerkennend zu gestalten.

A2: "Anders – Ähnlich – Gleich: Diversity in meinem Team"

Effektiv im Team zu arbeiten ist sowohl im Alltag als auch im Berufsleben ein Schlüssel zum Erfolg. Kooperation im Team will gelernt sein – insbesondere dann, wenn das Team divers zusammengesetzt ist. Wenn es gelingt, mit der Vielfalt im Team produktiv umzugehen und Synergiepotentiale zu nutzen, sind solche Teams besonders erfolgreich. In Kurz-Inputs wird die Entwicklung der Begrifflichkeiten von Diversity erörtert: Diversity (Identitätsgruppen), Diskriminierungskritisches Diversity, Diversity-Teamentwicklung und Diversity-Kompetenzen erörtert. In Übungseinheiten erleben Sie Nutzen und Kraft der Synergie:

  • Wie sieht das Team, in dem ich arbeite, aus?
  • Wie sehen die Unterscheidungsmerkmale für Identitätsgruppen aus?
  • Was macht ein vielfältig bestelltes Team aus?
  • „Wie vielfältig bin ich und meine Umwelt?“: Meine Einstellung zu Unterschiedlichkeiten
  • Entdecken neuer Handlungsmöglichkeiten: Aspekte einer inkludierenden Organisationsentwicklung, Diskriminierungsrisiken abbauen, Rahmen einer wertschätzenden/anerkennenden Arbeitskultur im Team (für Mitarbeitende und vor allem als Aufgabe für Führungskräfte)

Wir beziehen Ihre Erfahrungen und Wissen in das Fortbildungsgeschehen ein. Sie lernen, wie Sie die Modelle des Diversity-Ansatzes im Berufsleben gezielt umsetzen und die Strukturen in Ihrer Organisationseinheit nachhaltig Mitgestaltung können.

B1: "Kommunikation konstruktiv gestalten. Was sage ich Wie? Was frage ich Wann?"

Kommunikation ist der Kern jeglicher Dienstleistung ob in sprachlicher oder schriftlicher Form. Hierbei kann Kommunikation Barrieren schaffen und auch durch konstruktive Gestaltung Barrieren abbauen. Welche Techniken wirken in der Verständigung konstruktiv und ressourcenorientiert?  In diesem Modul reflektieren Sie Ihren eigenen Gesprächsstil und erweitern ihn um gekonnte Fragetechniken. Sie erkunden Ihre eigene Wahrnehmung auf die Kommunikationssituation im Gespräch oder in einem Beratungssetting ebenso wie die Perspektive Ihrer Kundinnen und Kunden. In einem Kurz-Input lernen Sie zentrale Mechanismen wertschätzender Kommunikationsformen kennen. Sie üben neue Aushandlungsräume zur Verständigung zu öffnen und Fragen im Gespräch strategisch einzusetzen. Sie stärken Ihre Fähigkeiten zusammen mit Ihren Kundinnen und Kunden zufriedenstellende Ergebnisse zu erarbeiten.

 

B2: "Eigennamen im Arbeitskontext. Namen. Eigenheiten. Und wie gehe ich damit um?"

Namen stiften Identität. Und sie bilden auch Identitäten.

Jeden beruflichen Kontakt etablieren wir mit der gegenseitigen Vorstellung. Die Anrede mit dem Namen spielt eine wichtige Rolle dafür, wie leicht es gelingt eine gute Geschäftsbeziehung aufzubauen: sie kann Respekt oder Missachtung, Ablehnung oder Freundlichkeit signalisieren. Durch eine veränderte Aussprache oder Schreibweise können wir die Bedeutung von Namen verändern oder verlieren. Wie rufe ich eine Person auf, wenn ich nicht weiß, wie ich ihren Namen aussprechen kann? Wie gehe ich mit Verunsicherungen in solchen Situationen um?

Dieses Modul bietet Einblick in die Bedeutung von Namen und bietet konkrete Handhabungsmöglichkeiten, wie Sie Namen dekodieren können: wie das Geschlecht einer Person erkennbar sein kann, Gender-Aspekte in die Namensgebung hineinspielen. Sie erfahren wie sie professionell zum Ausdruck bringen, dass sie sich um die richtige Aussprache bemühen. Durch den wertschätzenden Umgang mit Eigennamen, ebnen Sie den Weg dafür,  dass ihr Gegenüber angesprochen ist und sich angesprochen fühlt.

 

B3: "Gendersensible / Differenzsensible Beratung. Er. Sie. Es. …"

Sind Sie in Ihrer Institution Gleichstellungsbeauftragte oder Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, oder Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigung? 

Wir verstehen Gender als Strukturmerkmal, Analysekategorie und Handlungsaufforderung. Dieser Ansatz verweist auf einen Perspektivenwechsel: von der Frauenförderung hin zum Fokus auf Geschlechterfragen und Geschlechterverhältnisse in einer Behörde oder in einem Team.

In Beratungsgesprächen spielen Gender-Aspekte eine Rolle. Es kommen Anliegen zur Sprache, bei denen sich Kundinnen und Kunden unwohl, eingeschränkt oder ungleich behandelt fühlen. Was bedeutet für die Kundinnen und Kunden in diesem Fall eine angemessene Beratung? Wie wirken sich  Merkmale wie Alter, Rollenvorstellungen  oder Zugang zu Ressourcen in der Beratung aus? Welche weiteren Aspekte einer ratsuchenden Person im Spannungsfeld Beratung zur Integration in Erwerbsarbeit sind für eine differenzsensible Beratung wichtig zu beachten?

In diesem Modul erfahren Sie woran gendersensible Kompetenzen bei Beraterinnen und Beratern festgemacht werden können. Sie erhalten Raum die eigenen Haltungen und Erwartungen in Bezug auf Gender zu reflektieren. Sie üben durch differenzsensible Gesprächsstrategien die Grenzen der Kundinnen und Kunden zu wahren und gleichzeitig Ihrem Auftrag gerecht werden. Durch Reflexion Ihrer Erfahrung und Betrachtung von Beispielssituationen erschließen Sie sich Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit stereotypen Bildern oder herausfordernden Situationen im Arbeitsleben.

 

B4: "Sprachsensibel beraten. Ratsuchende mit Deutsch als Zweitsprache beraten. Und wie?"

Der Beratungsalltag stellt hohe sprachliche Anforderungen an Beratende. Komplexe Informationen und Inhalte müssen in eine kundenadäquate Sprache übertragen werden. Die Anliegen von Kundinnen und Kunden mit unterschiedlichen Sprach- und Informationskenntnissen müssen erörtert werden, um sie entsprechend zu informieren bzw. an zuständige Beratende oder Institutionen weiter zu vermitteln. Dies geschieht teilweise im direkten Gespräch als auch am Telefon. Dabei müssen Beratende vor allem mit sprachlichen Herausforderungen praktisch umgehen. Der Workshop zeigt sprachliche Herausforderungen und mögliche Stolpersteine in der Kommunikation mit Ratsuchenden auf und lädt dazu ein, sprachliche Handlungsmöglichkeiten für eine sprachsensible Beratung zu erproben und zu reflektieren.

Diese Fortbildung wird in Kooperation mit der IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, Hamburg durchgeführt.

 

C1: "Konflikten begegnen - Spannungen lösen. Den Drachen besänftigen."

So unlösbar sie auch scheinen mögen, so sehr können Konflikte auch Chancen sein.

In diesem Modul betrachten Sie, welche Dynamiken in Konfliktsituationen wirken. Sie erfahren, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um aus der Problemtrance herauszukommen und die Situation konstruktiv zu bearbeiten. Sie lernen Techniken kennen mit denen Sie die Gesprächsführung aktiv gestalten können. Einfache, effektive Fragen ermöglichen Ihnen die Intentionen, Interessen und Bedarfe Ihrer Gesprächspartnerinnen und -partner herauszukristallisieren. Methoden konstruktiven Zuhörens erleichtern es Ihnen Ihr Gegenüber wirklich zu verstehen. Sie öffnen den Blick auf Ihre Ressourcen zur Lösung von schwierigen Gesprächssituationen, um Ihr eigenes Anliegen erfolgreich zu vermitteln.

 

C2: "Kommunikation im Lichte betrachtet - Hindernisse erkennen, Missverständnisse aufräumen"

Kennen Sie das Gefühl, dass ein Beratungsgespräch nicht wie erwartet verläuft, unzufrieden stellend ist oder sich Missverständnisse häufen? Was steht der gelungenen Beratung im Wege?

In diesem Modul werfen Sie einen erhellenden Blick auf alles was knirscht. Die Betrachtung der Einflussfaktoren, die in die Gesprächssituation hineinspielen, ermöglicht Ihnen Irritationen zu entschlüsseln. Wir beleuchten gemeinsam  konkrete Beispielssituationen aus Ihrem Arbeitsleben (Critical Incidents) in denen es zu Missverständnissen gekommen ist. Im gemeinsamen Austausch aller Teilnehmenden erörtern wir die Situation unter Einbeziehung der vielfältigen Perspektiven und entwickeln daraus mögliche Handlungsalternativen. Sie stärken Ihre Kompetenzen zukünftige kritische Situationen zielführend zu gestalten.

 

C3: "Professioneller Umgang mit Konfliktsituationen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften"

Das Leben in Zwangsgemeinschaft stellt große Herausforderungen an Bewohnerinnen und Bewohner wie auch an begleitende und betreuende Personen. Neben der humanitären Erstversorgung und der Unterstützung der Gefüchteten, sich Schritt für Schritt eine Perspektive in Deutschland aufzubauen, sind zunehmend die sozialen und interkulturellen Kompetenzen der Angestellten in sozialen Einrichtungen gefragt. Auch die Sicherheit der Menschen, die Schutz suchen, sowie die Sicherheit der MitarbeiterInnen sind Themen, die den beruflichen Alltag bestimmen, denn die große Anzahl von Menschen in Unterkünften, der Konkurrenzkampf um knappe Ressourcen, Langeweile und Frustration und andere Ursachen können zu Konflikten führen. 

In diesem Modul lernen Sie die Komplexität der auf das Zusammenleben einwirkenden Faktoren, auf individueller wie struktureller Ebene aufzuschlüsseln. Die Risiko- und Schutzfaktoren zu kennen ermöglicht Ihnen auf die Dynamiken vor Ort positiv einzuwirken. Sie erfahren, wie Sie Frustrationen und Gewaltpotentialen präventiv deeskalierend begegnen können und trainieren kulturell sensible Konfliktlösungsstrategien.

In dieser praxisnahen Fortbildung erlernen Sie:

  • … verschiedene Sichtweisen auf Konflikte und deren Ursachen im Zusammenleben in der Gemeinschaftsunterkunft
  • … Konflikt- und Eskalationsstufen zu erkennen sowie gezielt Schritt für Schritt zu intervenieren
  • … mit ihrer eigenen Rolle und den eigenen Ängsten umzugehen, um handlungsfähig zu bleiben
  • … anhand von Fallbeispielen wie konkrete Lösungsansätze für eskalierende Situationen prozessorientiert begleitet werden können.

 

D1: "Sprache - Identität - Macht"

Das Thema "Sprache" ist in öffentlichen Debatten über Migrantinnen und Migranten eng und häufig unbestimmt mit den Themen Integration und Zugehörigkeit verflochten. Verständigungsschwierigkeiten werden nicht selten als mangelnde kulturelle Anpassungsleistung an die deutsche Kultur markiert. Mit dem Thema "Sprache – Identität – Macht" lassen sich gleichermaßen einen konkreten Handlungsbedarf von Mitarbeitenden der Arbeitsverwaltungen, die institutionellen Anforderungen an die Arbeitsverwaltungen angesichts der sprachlichen Diversität der Gesellschaft und die Erwartungen und rechtliche Ansprüche von Kundinnen und Kunden an Teilhabe und Zugänge zu Arbeitsmarktdienstleistungen in Verbindung bringen. Und das sehr konkret und alltagsrelevant.

Die Ausdifferenzierung vom sprachlichen Handlungsbedarf und Handlungsproblematiken ermöglicht es, das Augenmerk von Kundinnen und Kunden auf das eigenen Beratungshandeln zu verschieben und Wahrnehmung, Deutung und entsprechende Handlungsbedarfen lösungsorientierter zu organisieren.

Im Fokus dieser Fortbildungsreihe stehen folgende Fragestellungen:

  • Wie rede ich eigentlich?
  • Welche Wortverwendung ist mit Kundinnen/Kundenkontakt hilfreich?
  • Welche Satzkonstruktion helfen für eine gute Verständigung?
  • Was ist weitergehend hilfreich für eine gute Verständigung?
  • Wie gehe ich mein Beratungssetting?

Entlang solcher Fragestellungen können auch weitreichende Veränderungen sowie Instrumentarien und Maßnahmen entwickelt werden, die geeignet sind, sprachliche Benachteiligungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Qualifizierung gezielt entgegenzuwirken und einen Nachteilsausgleich für Kundinnen und Kunden mit eingeschränkten Deutschkenntnisse herzustellen.

 

Fortbildungsreihe von Mitarbeitenden aus der Eingangszone oder Leistungsabteilung

Die Grundlage dieser Fortbildungsreihe sieht ein sechsstündiges Basismodul und – im Abstand von zwei Wochen – ein weiteres sechsstündiges Aufbaumodul vor. Entlang der inhaltlichen Schwerpunkte Sprache, Deutschlernende, Diskriminierung, migrationsspezifische Beratung im Sinne des Diskurses „Willkommens- und Anerkennungskultur“ werden Themen wie z.B. Umgang mit Schwierigkeiten in der Verständigung und vor allem in der Beratungssituation und Erkennen von strukturellen diskriminierenden Handlungsmustern behandelt.

Die Übungen führen wir in folgender Abfolge durch:

  • PPT "Deutsche Sprache – schwere Sprache?!"
  • Übung "Auftragsklärung"
  • Übung "Variationen im eigenen Sprachgebrauch"
  • Übung "Perspektivenwechsel"
  • Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der sprachlichen Verständigung mit Kundinnen und Kunden
  • Übung "Einfache Sprache – Kommunikationshilfen" als letzte Übung des Moduls "Sprachliche Barrieren"

Die Übungen können unabhängig von den vorher behandelten Themenbereichen des Basis- und Aufbaumoduls in Seminaren isoliert durchgeführt werden. Von Bedeutung ist es, die Perspektive der Kundinnen und Kunden in den Vordergrund zu stellen, weil diese letztlich von den Lernprozessen und Erkenntnissen der Fortbildungsteilnehmenden in einem kundenorientiertem Beratungsverhältnis profitieren sollen. Das Modul "sprachliche Barrieren" wird als Aufbaumodul und Themenbaustein eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Gruppe bereits miteinander, mit den Trainerinnen und Trainer sowie mit der erfahrungsbezogenen Arbeitsweise vertraut.

 

D2: "Einfache Sprache - einfach sprechen und schreiben. Herausforderungen in den Behörden, in der Ausbildung und in der sozialen Arbeit"

86 Prozent aller Deutschen haben nach einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) Schwierigkeiten, Behördenbriefe zu verstehen. Die Verständnisschwierigkeiten sind dabei nicht vom Bildungsstand der Befragten abhängig: Auch nach bestandenem Abitur oder Hochschulabschluss bleiben für über 80 Prozent bei der "Restmüllbehältervolumenänderung" und der "Eignungsfeststellung" die Schreiben unverständlich, so die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS, Wiesbaden 2009).

‚Einfache Sprache‘ ist eine Methode, um barrierefrei zu kommunizieren: sprachliche Hürden in Alltags- und Fachsprache abbauen und dabei Inhalt wie die Lebendigkeit zu bewahren. Einfache Sprache ist keine Kunst. Sie ist ein Handwerk, das erlernbar ist. Die ‚einfacher Sprache‘ orientiert auch an das Niveau A2-B1 (Mittelstufe).

(Arbeits-)Verwaltungen, Dienstleistungsunternehmen, kommunale Behörden, Ratsuchenden und Kundinnen und Kunden profitieren von der ‚einfachen Sprache‘. Moderne Dienstleistungsunternehmen gestalten ihre Broschüren, Flyer und Internetauftritte bewusst in ‚einfacher Sprache‘. Dadurch fühlt sich eine große Zielgruppe angesprochen. Unternehmen und Behörden sichern somit größtmögliche Verbreitung ihrer Angebote und Informationen.

Zielgruppen

  • Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Landes Sachsen-Anhalt
  • Beschäftigte in der kommunalen Verwaltung, in Berufsschulen, Qualifizierungsträgern, Sprachkursträgern, Kammern, etc. im Land Sachsen-Anhalt
  • Geschäftsleitungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Land Sachsen-Anhalt.

 

D.2.1: "Einfache Sprache im beruflichen Alltag - Ein Schreib-Workshop"

Ob in der Steuererklärung, im Elternbrief oder in der E-Mail von Kolleginnen und Kollegen – wir stoßen auf Schachtelsätze, unbekannte Fachbegriffe oder nicht nachvollziehbare Sachverhalte. Doch jede Person, Ratsuchende wie Kundinnen und Kunden, ist über kurze und verständliche Texte mehr als froh – ob Formblatt, Ausfüllhinweis, Patientenverfügung, oder Mitwirkungsschreiben.

  • Warum ist "Behördendeutsch" oft so unverständlich?
  • Welche Merkmale kennzeichnen diesen Sprachgebrauch?
  • U wie können wir unsere fachlichen Inhalte kurz und für jede Person verständlich fassen, ohne die Lebendigkeit und/oder die Gesetzlichkeit des Textes aufzugeben?
  • Kann der Arbeitslosengeld II-Antrag in eine neue, vereinfachte Form übertragen werden? Welche Vorteile hätte dann eine einfache verständliche und bürgernahe Sprache?
  • Können Behörden und dienstleistungsorientierte Institutionen das Thema „einfache Sprache“ in der Praxis verankern?

Das Ziel der ‚einfachen Sprache‘ ist, so zu schreiben, dass Texte wie Schriftstücke bürgernah und verständlich werden. Kurze Sätze und klare Formulierungen ermöglichen bessere Übersichtlichkeit und einfachere Bearbeitung. In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden eine Auswahl leicht anwendbarer Grundregeln und Werkzeuge kennen, mit denen Ihre Texte spürbar an Klarheit gewinnen. In Kleingruppen üben Sie das Schreiben von Kurztexten in ‚einfacher Sprache‘ und übertragen (eigene) Texte von der Fachsprache in ‚einfache Sprache‘. Mit einer verständlichen Sprache können unnötige Barrieren zwischen Kundinnen oder Kunden und Mitarbeitenden der Behörden und Institutionen minimiert werden.

 

D.2.2: "Einfache Sprache im Berufsalltag - Verständlich Kommunizieren"

Am Telefon, in der Beratung oder am Empfang – Einfache Sprache ermöglicht Ihnen Wiederholungen zu vermeiden. In diesem Modul wird das Handwerkszeug vermittelt, wie Sie die "einfache Sprache" gekonnt anwenden, um Informationen rasch und verständlich zu vermitteln.

  • In welcher Reihenfolge können Kundinnen und Kunden die benötigten Informationen verständlich vermitteln?
  • Wie können und sollten Informationen gebündelt werden, damit jede zuhörende Person sie jederzeit leicht verstehen kann?
  • Wie können sich Beratende einfach und klar ausdrücken?
  • Wo und wie finden sie einfache Wörter?
  • Mit welchen Techniken können sie möglichen Missverständnissen vorbeugen?

In diesem Workshop werden das Konzept und die Regeln der "einfachen Sprache" dargelegt. Mit anschaulichen Beispielen werden die Vorteile des modernen Sprachstils in der beruflichen Kommunikation erklärt. In Kleingruppen üben Sie das Sprechen und Beraten in "einfacher Sprache".

 

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