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Arbeitsmarktsituation in Sachsen-Anhalt

Arbeitsmarktsituation für Ausländerinnen und Ausländer sowie Migrantinnen und Migranten

Das Bundesland Sachsen-Anhalt (ST) weist eine Netto-Abwanderung auf und ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und heraufziehenden Fachkräftemangels in besonderer Weise auf die Nutzung beruflicher Kompetenzen und Erfahrungen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (MH) angewiesen. Für Ostdeutschland werden bei Menschen mit Migrationsgeschichte überdurchschnittlich gute Qualifikationen ausgewiesen. Mehr als 20% verfügen über Hochschulabschlüsse und nur 37% haben keinen Berufsabschluss. In ST leben ca. 4% Menschen mit MH. Betrug die insgesamt hohe Arbeitslosenquote in ST im Februar 2011 13%, so lag die Quote der AusländerInnen bei sogar 23,2% (davon 19,9 % Langzeitarbeitslose im SGB II).
Verfahrenswege und Zuständigkeiten der beruflichen Anerkennung sind in ST noch unübersichtlich (23 verschiedene zuständige Stellen). Schon die bundesweite Anerkennungsquote im Ausland erworbener betrieblicher Ausbildungen liegt bei nur 20%; bei Fachschul- bzw. –Akademieabschlüssen 22% und bei Hochschulabschlüssen 43% (BMAS 2009: Wirkungen d. SGB II auf Personen mit MH: 127; genaue Daten liegen für ST bisher nicht vor). 

Im Bundesland gibt es ein breites Spektrum an Migrationsdiensten und Integrationsprojekten, jedoch sind diese nicht prioritär für den Bereich Arbeitsmarktintegration qualifiziert. Auf Grund eines geringen AusländerInnenanteils bei der Gruppe der Arbeitslosen werden die Grundleistungsträger SGB in ST nur sporadisch mit dem Wunsch nach beruflicher Anerkennung konfrontiert und verfügen nur in Ausnahmefällen über notwendiges Fachwissen, um Zugewanderte hier zu unterstützen. 


Politische Schwerpunkte im Arbeitsmarkt- bzw. Anerkennungszusammenhang

Bereits in einem Zwischenbericht der sachsen-anhaltischen Dialogforen zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes der Bundesregierung (NIP), koordiniert von der Integrationsbeauftragten des Landes, wurden 2008 folgende Akteure als kurz- und mittelfristig relevante Partner für die Umsetzung des zukünftigen Anerkennungsgesetzes identifiziert: die örtlichen Dienststellen der Bundesarbeitsagentur, die örtlichen Träger der Grundsicherung SGB II, das Land ST (insb. Landesverwaltungsamt und Kultusministerium), die Wirtschaft (insb. Kammern und UnterzeichnerInnen der Charta der Vielfalt), sowie die örtlichen Bildungsträger.
Der Landesintegrationsbeirat richtete 2010 für den Arbeitsschwerpunkt „Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen“ eine Arbeitsgruppe ein und empfahl bereits im Oktober die Einrichtung einer zentralen Servicestelle, in der alle am Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsqualifikationen beteiligten Behörden und Akteure besser miteinander vernetzt und ggf. koordiniert werden können. Diese Empfehlung fand bei staatlichen wie gesellschaftlichen Akteuren einen großen Konsens.

Leitfaden für ausländische Abschlüsse

Leitfaden zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse
Für Sachsen-Anhalt hat der Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V. einen Leitfaden zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen entwickelt, der sich als Wegweiser für Migrationsberatungsstellen, Migrantinnen und Migranten sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Arbeitsmarktintegration versteht. Er bietet einen Überblick über die jetzigen Rechtsgrundlagen, Verfahren und Institutionen, die für die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen relevant sind.

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Leitfaden für ausländische Abschlüsse

Arbeitspapier "Arbeitsmarktzugänge von Migranten und ausländischen Fachkräften in ländlichen Regionen"

Das Teilprojekt “Regionale Aufnahmekultur von Zuwanderern in Sachsen-Anhalt” des Instituts für Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung Sachsen-Anhalt (IQ)" des Instituts für Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat im März ein Arbeitspapier zur Arbeitgeberbefragung "Arbeitsmarktzugänge von Migranten und ausländischen Fachkräften in ländlichen Regionen" veröffentlicht.

Ausgehend vom Problem sinkender Erwerbstätigenzahlen werden über Expertenbefragungen Zugangswege zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Migrationshintergrund speziell im Burgenlandkreis beleuchtet und Chancen und Herausforderungen formuliert.

Hier können Sie die Publikation einsehen.

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Arbeitshilfe: Praktikum mit Duldung und Aufenthaltsgestattung.

Am 1. August 2015 sind einigermaßen unbemerkt einige wichtige Änderungen auch in der Beschäftigungsverordnung in Kraft getreten: So ist es nun für Personen mit einer Duldung und einer Aufenthaltsgestattung möglich, unter erleichterten Bedingungen ein Praktikum - etwa zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung - auszuüben. Wie üblich sind die Regelungen dennoch relativ komplex, und für die unterschiedlichen Konstellationen von Praktika gelten weiterhin sehr differenzierte Voraussetzungen. Eine Übersicht gibt die hier hinterlegte Arbeitshilfe.

Hier können Sie die Publikation einsehen.

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